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Konzert am 14. Oktober 2006, 21 Uhr, Einlass ab 20 Uhr
Attwenger
Graz
»Attwenger sind nicht nur die virtuosesten, sondern auch die widersprüchlichsten Rabauken, die das Popgeschäft in jüngster Zeit heimgesucht haben.« [Süddeutsche Zeitung]
Attwenger, das ist ein Projekt in ständiger Veränderung. Immer lässig, immer durchdacht, manchmal verschwitzt. Markus Binder spielt Schlagzeug, Hans-Peter Falkner Knopf-Akkordeon, beide singen und nutzen auch moderne Elektronik. Sie begeistern das Feuilleton ebenso wie 20-Jährige in Partylaune. Als Punks der österreichischen Volksmusik wurden sie bekannt und sind heute eine Klasse für sich. Niemand macht Attwenger-Musik so konsequent wie Attwenger.
Nach fünfjähriger Abstinenz gibt Österreichs heimtückischste Droge wieder ein Konzert im Westwerk und präsentiert ihre beiden CDs Dog und Dog2-Remixes. Viele schlanke Electro- & Polka-Slangsongs, die in diverse Richtungen abfahren mit elektrischer und Midi-Knopfharmonika, Schlagzeug, gesampelten und digital & analog erzeugten Sounds unterschiedlicher Herkunft werden musikalische Wellen geschlagen, auf denen mit reichlich Text gesurft wird.
Das österreichische Duo Attwenger ist eines der lebendigsten Originale im deutschsprachigen Popgeschäft. Der legendäre englische Radio-DJ John Peel, der in den nach ihm benannten Sessions alles, was im Indie- und Alternative-Bereich Rang und Namen hat, vor die Mikrofone der Londoner BBC-Studios geholt hat, ist auf die kuriosen Österreicher aufmerksam geworden. Seiner Faszination für die Musik von Texter und Schlagzeuger Markus Binder sowie Harmonikaspieler Hans-Peter Falkner hat John Peel in folgende Worte gefasst, denen nichts hinzuzufügen ist: "I have no idea what it's all about, but I like the general noise a great deal."
Rezension auf spex.de:
ATTWENGER DOG
Die Sechste. Alles gleich und doch anders bzw. alles anders und doch gleich? Der Reihe nach: Kultivierte das Vorvorgängeralbum »Song« 1997 einen minimalistischen Zwischen(zu)stand, der irgendwie nach Finale/alles-ist-gesagt-getan aussah, dokumentierte der Nachfolger »Sun« 2002 die globale Kollaborations- und Reiselust der Herren Markus Binder und Hans-Peter Falkner, so sind Attwenger 2005 mit »Dog« munterer denn je wieder daheim angekommen. Daheim zwischen Obst und Liebe, Wirtschaft und Kundschaft, Österreich(er)betrachtungen, lakonischen Alltagsmoritaten und dem wohlvertrauten (Ver)Wirrwarr zwischen Slang-Poetry, Mantra-Gstanzln, Kehr- und Querreimen. Doch nicht nur in puncto Sprach-Dualität laufen Attwenger zu gewohnt großer Form auf (siehe z.B. im Titelstück: »Und a dog is a dog und da dog is a hund, waun da hund ned so mog iss ned guat für den dog, und waun da hund owa mog daun iss guad für den dog, waun a mog aun dem dog und er mog owa ned jedn dog«), auch musikalisch feiert das Dualitätsprinzip neue vertiefte Freundschaften. Hier die klassischen Ziehharmonika-Schlagzeug-Landler, dort die elektronischen Spielwiesen von Markus Binder. Oberflächlich betrachtet zwei grundverschiedene Welten und dennoch engstens miteinander verknüpft bestes Beispiel sind die Stücke »Eam« und »Mir«, die beide thematisch um die Textzeile »Sogs eam owa ned mir« kreisen und einmal als sehr zurückgelehnter Elektroblues, einmal als Quetschn-Punk-Knaller der ersten Stunde daherkommen. Wer Letzteres immer noch für das Nonplusultra Attwenger'schen Musikverständnisses/-anspruchs hält, wird wahrscheinlich nie kapieren, um was es hier eigentlich geht. Um Gegen-Kunst. Gegen-Sprache. Gegenwart. Andreas Schiegl
Weitere Informationen unter www.attwenger.at
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