Lesung am 5. November 2006

 

Carsten Klook

Der Schriftsteller und Journalist Carsten Klook, dessen Roman »Korrektor“ Oktober 2005 im Textem-Verlag veröffentlicht wurde, liest Erzählungen aus seinem im Frühjahr 2007 erscheinenden Band »In- und Auslandsverbindungen«. Lakonisch und in einfacher Sprache werden Menschen gezeigt, die an ihrer mangelnden oder zu starken Abgrenzungsfähigkeit scheitern. Zudem stellt er seine neue Hörspiel-CD »Talk Slalom« vor, die im September auf dem Label Gruenrekorder erschienen ist.

IN- UND AUSLANDSVERBINDUNGEN

Erzählungen von Carsten Klook

Aus dem Inhalt:

- »Sommerfieber«: Julie und Arnd sind ein ungleiches Paar. Sie hat geerbt und ist selbstbewusst, er ist arm und gehemmt. Auf einer dreitägigen Blitzreise durch vier Länder will er nur noch schlafen.

- »TV-Lounge« spielt in einer Stadt, in der ausnahmslos Fernsehzeitschriften hergestellt werden. Spollt soll in den Ablauf eingegliedert werden. Er bleibt seltsam.

- In »Elastische Füllung« macht Seidel, der ewig Junggebliebene, mit seiner Freundin Caren Urlaub in Finnland: ein Psychodrama auf den Spuren der Filmemacher Kaurismäki nimmt seinen Lauf.

Pressestimmen zum Roman »Korrektor«

Elektrisch: Carsten Klook im Stakkato seiner Jugend Der Hamburger Autor Carsten Klook (geb. 1959) fasst seine Geschichte so zusammen, wie er sie erlebt hat: fragmentarisch, pulsierend und vom Beat harter Rockmusik durchzogen. Seinem Buch ist nichts nostalgisches zueigen. In kurzen, stark sprachspielerisch gehaltenen Kapiteln wird die Unübersichtlichkeit der Welt weder beklagt noch beklatscht, sondern schlicht konstatiert. Eiskalte Momentaufnahmen mit hohem Lautstärkepegel. (kuj)

Kieler Nachrichten, Mittwoch, 1. März 2006, Nr. 51

Oh zack! und klong! und durchgetüftelt. Was wird denn da für ein Buch aus den achtziger Jahren herübergeschleudert zu uns, in unsere Gegenwart? Wie wird denn hier gewütet gegen die Sprache, gegen die Wörter, gegen die Grammatik der Geschichte? Carsten Klooks Roman »Korrektor« (Textem-Verlag, 200 Seiten, 18 Euro) ist der Bericht von einer plötzlichen Erinnerung. An eine Kindheit in Hamburg-Billstedt. Erinnerung als Protest gegen den Vater, den Korrektor, und dessen Lebensleitsatz: »Was nicht im Duden steht, das gibt es nicht.« Dieser Roman beweist das Gegenteil. Die Wahrheit steht nicht im Duden. Die Wahrheit ist im Kopf und in der eigenen Sprache. Wörter sind beweglich. Das Leben plötzlich, gefährlich und gegen alle Regeln wahr.

VOLKER WEIDERMANN, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11. 12. 2005

P*U*S*H* Magazin

Mir eröffnet sich, wie geballt Klooks Sätze verschachtelt mit Inhalten sind; verworren, grammatikalisch verdreht, abgekürzt, zerstückelt und neu zusammengesetzt ergeben Silben neuen Sinn, drehen sich im Kreis und bleiben letztendlich in doppelter oder vielleicht dreifacher Bedeutung stehen. Doch während ich über einen der zahlreichen Wortwitze lache oder einfach dem Klang eines Satzes nachhänge, die Gedanken weiter spinne und einzuordnen versuche, liest der Autor vorne natürlich weiter (...) Mir wird jedoch klar: Dieses Buch muss ich selbst lesen, um es ausreichend verstehen zu können. »Korrektor« ist ein Buch, das ich in meinen Händen halten muss. Manche Sätze muss man einfach langsam oder auch mehrmals durchgehen, manche Wörter gedruckt vor sich sehen: »Religion heißt Falten, was das Zeug hält, nochmal und nochmal, ordentlich, scharf- und weichkantig, in sich falten, einfältig, dreifältig, vielfältig im Zähfinger-System.« Dieses Buch bringt Spaß. Vielleicht nicht gerade, weil die Geschichte extrem spannend wäre, eher, weil sie so sprachverliebt, verspielt und lebensnah erzählt wird. Carsten Klook schreibt sehr individuell und mit spritzigem Humor. Der Roman ist voll von ausgetüftelten Sätzen, in der er die deutsche und englische Sprache zerlegt und eigenwillig neu formuliert. Trotzdem wirkt sein Stil nicht konstruiert, sondern flüssig und authentisch. Klook entscheidet sich gegen den Duden als Maß über Gut und Böse und zeigt, dass es sich auch mit spielerischer und assoziativer Sprache fehlerfrei, beziehungsweise »korrekt«, schreiben lässt.

CORINNA SCHEYING, Push Magazin pushmag.de, Februar 2006

LiteraTide: Buch des Monats

Das Buch, das ich diesen Monat empfehlen möchte, stammt von Carsten Klook und heißt »Korrektor«, erschienen im Textem-Verlag. (...) Mir gefällt wirklich der Stil, der sehr schwer einzuordnen ist. Der Autor schreibt fragmentarisch, sehr subjektiv, assoziativ ... also, das macht Spaß ... man liest den Roman sehr schnell. Er hat ein ungeheures Tempo und einen ungeheuren Witz, wie ich finde. Also, der Buchtipp des Monats lautet: »Korrektor« von Carsten Klook.

TORSTEN M. KROGH in der Radiosendung »LiteraTide« auf Tide 96,0 vom 7. 11. 05

Literatur in Hamburg

Schon Anfang der 90er Jahre hat Klook seinen Roman, der nun im Textem-Verlag erschienen ist, fertiggestellt, lange bevor in den Feuilletons jede zweite Kritik eines neuen deutschen Romans einem »Familien- oder Entwicklungsroman« gewidmet war. Heute kann sein »Korrektor« als früher Vorläufer der zahllosen Familiengeschichten, die gegenwärtig erscheinen, gelesen werden.

JÜRGEN ABEL, Oktober 2005